Jedes Unternehmen hat ein Betriebssystem. Familien bekommen Gruppenchats.
Denk mal drüber nach: Für Unternehmen gibt es Tools für jedes Problem. Projektmanagement. Dokumentenablage. Kommunikation. Terminplanung. Ganze Ökosysteme, die Reibung reduzieren.
Familien, die wichtigste Organisation, der die meisten von uns je angehören werden, koordinieren sich über WhatsApp-Chaos und geteilte Google-Kalender. Vielleicht noch eine Foto-App. Vielleicht ein Aufgabenplan, den niemand aktualisiert.
Warum?
Die zynische Antwort: weniger Umsatzpotenzial. Familien haben keine Einkaufsbudgets.
Aber wir glauben, das eigentliche Problem ist ein anderes: Familien-Tools werden wie Unternehmenssoftware designt. Aufgabenorientiert. Effizienzfokussiert. Dinge erledigen.
Familien funktionieren so nicht.
Ein geteilter Kalender ist nicht nur Koordination. Es ist: „Werden wir uns diese Woche überhaupt sehen?"
Dokumentenmanagement ist nicht nur Ablage. Es ist: „Wer hat den Impfpass, wenn der andere Elternteil ihn um 22 Uhr braucht?"
Jede Familien-„Aufgabe" hat eine emotionale Ebene darunter. Familien optimieren nicht für Produktivität — sie optimieren für Verbindung, während sie gleichzeitig den Alltag bewältigen müssen.
Das ist ein fundamental anderes Design-Problem.
Unser Ansatz ist bedürfnisorientiert. Wir starten bei dem, was Menschen emotional brauchen — nicht bei dem, was auf dem Papier effizient ist.
Was wäre, wenn diese Perspektive bestimmt, wie Familien-Software funktioniert?
Das versuchen wir mit Hejme herauszufinden.
Wir sagen bewusst „versuchen herauszufinden", denn: Wir haben das nicht komplett durchgeplant. Die Vision ist breit: Koordination, Beziehungspflege, Dokumenten-Chaos, vielleicht irgendwann Unterstützung für Familien in schwierigen Übergängen durch professionelle Hilfe. Manche werden das lesen und denken: „Das ist ambitioniert bis zur Naivität."
Vielleicht. Die UX-Herausforderung allein ist enorm. Kann etwas so Umfassendes tatsächlich von müden Eltern um 21 Uhr bedient werden? Offene Frage.
Aber wir verbringen lieber Jahre damit, etwas zu bauen, das wirklich zählt, als ein schmales Produkt perfekt zu machen, das 5% des Problems elegant löst.
Wir haben mit Fotos und Events angefangen, nicht weil das die ganze Vision ist, sondern weil sie bereits emotional verankert sind. Und weil etwas Nachhaltiges aufzubauen die Voraussetzung ist, um alles andere entwickeln zu können.
Der volle Umfang? Noch unscharf. Unkomfortabel, das öffentlich zuzugeben.
Aber die Richtung ist klar: Familien verdienen Besseres als umfunktionierte Unternehmenssoftware.